In diesem Beitrag blickt Wolfgang Hesoun, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, auf mehr als ein halbes Jahrhundert Partnerschaft zurück – und zeigt, wie aus einem nichtstaatlichen Handelsabkommen des Jahres 1956 eine der bedeutendsten Wirtschaftspartnerschaften Österreichs gewachsen ist.
Die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen China und Österreich ist eine Erfolgsgeschichte, die vor über einem halben Jahrhundert begann. Bereits 1956 wurde mit der Unterzeichnung eines ersten nichtstaatlichen Handelsabkommens der Grundstein für die offiziellen Wirtschaftsbeziehungen mit der Volksrepublik gelegt. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erkannte früh die strategische Bedeutung Chinas als Wirtschaftspartner. 1964 schloss sie Abkommen mit dem Chinesischen Rat zur Förderung des internationalen Handels (CCPIT). Zwei Jahre später wurde mit dem AußenwirtschaftsCenter Peking das erste Büro in der Volksrepublik eröffnet – ein Meilenstein für die bilaterale Zusammenarbeit.
Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1971 nahm die wirtschaftliche Kooperation Fahrt auf. So präsentierten sich 74 österreichische Unternehmen auf einer Ausstellung in Peking im Jahr 1974. In den 1990iger Jahren folgten die ersten Direktflüge von Wien nach Peking. Mit Chinas WTO-Beitritt 2001 und der Liberalisierung des Handels in vielen Bereichen vervielfachte sich das bilaterale Handelsvolumen. Zuletzt war China für Österreichs Wirtschaft wichtigster Partner in Asien, zweitgrößtes Herkunftsland für Importe und neuntwichtigstes Zielland für Exporte. Heute unterhalten rund 650 österreichische Unternehmen mehr als 900 Niederlassungen in China und haben über 6,3 Milliarden Euro investiert – ein klares Zeichen für das Vertrauen in den Markt und die Zukunftsaussichten. Zahlreiche österreichische Firmen in China haben beim massiven Ausbau der Infrastruktur und des Herstellungssektors einen Beitrag geleistet oder als Nischenplayer und Teil einer Wertschöpfungskette ihre Kunden nach China begleitet. In umgekehrte Richtung haben aus China rund 100 Firmen in Österreich investiert und nutzen Österreich häufig auch als Drehscheibe für die Bearbeitung der Märkte in Zentral- und Osteuropa.
Heute unterhalten rund 650 österreichische Unternehmen mehr als 900 Niederlassungen in China und haben über 6,3 Milliarden Euro investiert – ein klares Zeichen für das Vertrauen in den Markt und die Zukunftsaussichten.
Hochrangige Besuche und bilaterale Abkommen trugen zur Vertiefung der Beziehungen bei.Beim Staatsbesuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Jahr 2018 in Peking wurde dieser durch die bisher größte österreichische WKÖ-Wirtschaftsdelegation ins Ausland begleitet. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden auf die Ebene einer „Strategisch Freundlichen Partnerschaft“ angehoben. Abkommen zum Investitionsschutz, zur Doppelbesteuerung, technische Kooperation sowie Vereinbarungen in den Bereichen Bahn, Luftfahrt und Gesundheit schufen Rechtssicherheit. Auch Städte- und Provinzpartnerschaften – die erste 1983 zwischen Linz und Chengdu – fördern den Austausch.
Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ hat ihr Netzwerk kontinuierlich ausgebaut und neben Peking weitere Stützpunkte in Shanghai (seit 1994), Guangzhou (2007), Chengdu (2010) und weiterhin in Hongkong (seit 1961). Die österreichische Wirtschaft versteht sich auch künftig als verlässlicher Partner Chinas und setzt sich für eine Partnerschaft auf Augenhöhe ein.